Mein Kind wird vielleicht gemobbt – was kann ich jetzt tun?
- Anna Schäfer
- 21. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Vielleicht kommt dir das bekannt vor:
Dein Kind klagt morgens über Bauchschmerzen, wirkt nach der Schule stiller als früher oder sagt Sätze wie „Ich will da nicht mehr hin.“
Und du fragst dich: Ist das schon Mobbing – oder nur eine Phase?
Diese Unsicherheit ist völlig normal. Viele Eltern stehen genau an diesem Punkt. Und vor allem: Du bist nicht zu spät.
Was ist Mobbing – und was nicht?
Nicht jeder Streit ist Mobbing. Kinder streiten sich, grenzen sich ab, testen Grenzen.
Von Mobbing sprechen wir, wenn drei Dinge zusammenkommen:
1. Wiederholung – es passiert immer wieder
2. Machtungleichgewicht – dein Kind kann sich kaum wehren
3. Absicht – es geht darum, zu verletzen oder auszuschließen
Beachte aber, jedes Kind nimmt Mobbing individuell war.
Manche Kinder leiden schon nach kurzer Zeit unter Mobbing. Andere leiden so gut wie gar nicht darunter, da sie resilienter sind.
Wenn du merkst, dass dein Kind leidet, dann darfst du das ernst nehmen – auch wenn es die Situation selbst herunterspielt.
Typische Anzeichen, die Eltern oft übersehen
Kinder sagen selten direkt: „Ich werde gemobbt.“
Stattdessen zeigen sie es auf andere Weise.
Achte besonders auf:
- häufige Bauch- oder Kopfschmerzen
- Rückzug oder plötzliche Traurigkeit
- Schlafprobleme
- Angst vor der Schule
- kaputte oder „verlorene“ Sachen
- Aussagen wie: „Die mögen mich nicht.“
👉 Dein Bauchgefühl ist wichtig.
Du kennst dein Kind besser als jede Checkliste.
Das Wichtigste zuerst: So sprichst du mit deinem Kind
Viele Eltern meinen es gut – und sagen trotzdem Dinge, die Kinder zum Schweigen bringen.
❌ Bitte vermeiden:
-„Ignorier sie einfach.“
-„Du musst dich halt wehren.“
-„Das wird schon wieder.“
-Oder der berühmte Satz: „Dann hau doch einfach zu.“
✅ Hilfreiche Sätze sind:
-„Ich sehe, dass dich das belastet.“
-„Du bist nicht schuld.“
-„Wir schauen da gemeinsam drauf.“
💡 Ziel ist nicht, sofort Lösungen zu erzwingen, sondern Vertrauen zu schaffen.
Muss ich sofort zur Schule gehen?
Nicht immer. Aber zu lange warten hilft auch nicht.
Ein guter erster Schritt:
1. Beobachte über ein paar Tage
2. Notiere, was dein Kind erzählt
3. Sprich ruhig mit der Klassenlehrkraft oder Schulsozialarbeit
Du darfst das Gespräch so beginnen:
„Ich mache mir Sorgen, weil mein Kind sich stark verändert hat. Ich möchte gemeinsam hinschauen, was wir tun können.“
Das ist kein Vorwurf – sondern Fürsorge.
Selbst wenn du die Situation nicht sofort lösen kannst, kannst du deinem Kind gerade jetzt etwas ganz Entscheidendes mitgeben.
-das Gefühl, ernst genommen zu werden
-Sicherheit: „Ich bin da.“
-die Gewissheit: „Ich muss da nicht allein durch.“
Das macht einen enormen Unterschied.
Du bist keine schlechte Mutter/ Vater, weil du unsicher bist.
Viele Eltern denken: „Hätte ich früher etwas merken müssen?“
Die Wahrheit ist:
Mobbing ist schwer zu erkennen – gerade, weil Kinder sich schützen wollen.
Unsicherheit bedeutet nicht Versagen.
Sie bedeutet, dass dir dein Kind wichtig ist.
Es ist ok sich Hilfe zu holen.
Hier sind ein paar Stellen :
-Schulsozialarbeit
-Beratungsstellen
-Elterntrainings oder Informationsangebote
-Mobbingpärvention Training für dein Kind.
Du musst das nicht allein tragen.
Zum Schluss
Wenn du diesen Artikel liest, dann hast du bereits etwas Wichtiges getan:
Du schaust hin.
Und das ist der erste – und mutigste – Schritt.
💛

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